SAP DPP: Aufwandsbezogene Fakturierung in Instandhaltung und Kundenservice
Die Preise für kundenindividuelle Leistungen sind nicht immer als Festpreise in einem Vertrag hinterlegt, oder über die Standardpreisfindung zu ermitteln. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn für bestimmte Leistungen keine ausreichenden Erfahrungswerte vorliegen und daher vor Vertragsabschluss keine belastbare Kalkulation möglich ist. Typische Beispiele hierfür sind:
- Dienst- und Beratungsleistungen
- Instandhaltung oder Instandsetzung eines Produkts oder einer Anlage
- Kundeneinzelfertigung z.B. in Form der Erstellung eines kundenindividuellen Produktes oder einer Anlage
Diese Aufträge werden aufwandsbezogen fakturiert. Dem Kunden werden z.B. einzelne Materialien, innerbetriebliche Leistungen und Kosten in der Faktura nachgewiesen.
SAP stellt dazu in Form des DPP (Dynamischer Posten-Prozessor) sowohl im ECC als auch in S4/HANA eine Lösung bereit. Obwohl äußerst leistungsfähig, wird diese nur selten in vollem Funktionsumfang eingesetzt. Das ist bedauerlich, da dadurch die Möglichkeiten zur Automatisierung von Geschäftsprozessen mit aufwandsbezogener Abrechnung nicht vollständig ausgeschöpft werden.
Dynamische Posten und die Lösung der SAP
Dynamische Posten sind Daten, die nach festgelegten Kriterien aus einem Projekt, einem Kundenauftrag oder einem Serviceauftrag zusammengefasst werden. Sie kommen sowohl bei der Angebotserstellung und Verkaufspreiskalkulation als auch bei der Fakturierung zum Einsatz. Die Verdichtung der Daten – aus definierten Quellen wie beispielsweise Einzelposten oder Plankosten-Summensätzen – erfolgt über den Dynamische-Posten-Prozessor (DP-Prozessor). Gesteuert wird dieser Prozess durch die Einstellungen im Dynamische-Posten-Prozessorprofil (DPP-Profil).
Kurz gesagt: Das DPP ermittelt Plan- oder Istkosten als Einzel- oder Summensätze aus unterschiedlichen Quellen, beispielsweise aus CS-(Customer-Service-)Aufträgen oder frei definierten, kundenspezifischen Quellen. Auf dieser Basis werden Materialien und Mengen bestimmt, die anschließend über einen Kundenauftrag – im DPP-Kontext als Fakturaanforderung bezeichnet – abgerechnet werden.
Bei all dem darf nicht vergessen werden, wie komplex eine aufwandsbezogene Fakturierung in der Praxis sein kann. Der SAP-Standard in Form des DPP – und das bezieht sich auf das Customizing und die SAP- Erweiterungsmöglichkeiten in Form von BAdI’s und Enhancements – deckt diese Anforderungen auf eindrucksvolle Weise ab. SAP hat hier sehr weit und umfassend gedacht: Die aufwandsbezogene Fakturierung und dabei speziell das DPP sind eng mit den Modulen SD, PM/CS und PS verzahnt. Das DPP kann damit gewinnbringend auch an Stellen eingesetzt werden, an die zunächst nicht gedacht wird, die also nicht naheliegend sind.
Die Benefits für Ihr Unternehmen
Selbst wenn Sie aktuell nicht planen, eine aufwandsbezogene DPP-Lösung einzuführen, lohnt sich die nähere Betrachtung der Möglichkeiten. Dadurch erweitern Sie Ihren grundsätzlichen Blick auf die Automatisierung von Prozessen mit SAP.
Nachfolgend finden Sie ausgewählte Highlights rund um DPP und die aufwandsbezogene Fakturierung, die wir in unseren Kundenprojekten erfolgreich umgesetzt haben:
- Erzeugung von SD-Belegen (Angebote/ Fakturaanforderungen) per OData-Service. Dazu war die Kapselung des DPP in Funktionsbausteine erforderlich.
- Anlage von Angeboten per DPP auf Basis von Plankosten „ohne“ CS-Aufträge.
- Gleichzeitige Abrechnung von mehr als einem CS-Auftrag und Aufbau einer eigenen Hierarchie, die sich in den SD-Positionen niederschlägt.
- Mehrfachabrechnung „eines“ CS-Aufträgen je nach Kundenbeziehung zu „mehreren“ Kunden.
- Komplexe system- und mandantenübergreifende Quellenfindung.
- DPP-Abrechnung eines CS-Auftrags per Aufwand, Festpreis bzw. pauschal.
- Anzahlungsabwicklung per DPP
Implementierungen und Expertise der clavis
Wir verfügen über umfassende Expertise in der Implementierung von DPP-Lösungen, insbesondere bei Energieversorgern, und haben diese in zahlreichen Kundenprojekten erfolgreich umgesetzt. Gerade Energieversorger stellen – bedingt durch die Besonderheiten ihrer Geschäftsprozesse sowie regulatorische Anforderungen – besonders hohe und komplexe Anforderungen.
All dies war möglich, weil die von SAP bereitgestellte Lösungsarchitektur diese Flexibilität bietet. An dieser Stelle gilt unser ausdrücklicher Respekt den SAP-Architekten und -Entwicklern, die diese Lösung entwickelt haben. Es gibt nicht viele Beispiele in der SAP-Welt, in denen sich der Standard mit vergleichsweise geringem Eingriff so weitreichend und wirkungsvoll erweitern lässt.

Haben Sie Fragen?
Nehmen Sie Kontakt zu uns auf