Silent Commerce für den elektronischen Marktplatz pharma mall

pharma mall ist ein gemeinsames Tochterunternehmen der Pharmahersteller Boehringer Ingelheim, GlaxoSmithKline, Merck, Novartis und Schering. Das Unternehmen agiert als webbasierte Bestellplattform für pharmazeutische Produkte und wird von zahlreichen Krankenhäusern und Versorgungsapotheken genutzt.

Ausgangssituation

In der Optimierung der B2B-Prozesse wurden bei pharma mall erhebliche Einsparpotenziale erkannt. Die Aufgabe der clavis Beratersozietät bestand darin, manuelle Abläufe in der Kunden-Lieferanten-Beziehung zu eliminieren und damit den Erfassungsaufwand deutlich zu reduzieren. Das Ausdrucken, Faxen, manuelle Eingeben und Ablegen von Bestellungen bzw. Auftragsbestätigungen sollte zukünftig einem vollautomatisierten Silent-Commerce Prozess weichen.

Umsetzung

Alle an pharma mall beteiligten Hersteller verwenden SAP R/3 als ERP-System. Daher entschied clavis sich bei der Umsetzung der Kundenvorgaben für die Einrichtung des SAP Business Connectors. Der Einsatz dieser Anwendung bietet folgende Vorteile:

  • Geringer Entwicklungsaufwand durch „grafische Programmierung“
  • Wegfall zusätzlicher Lizenzkosten, da diese bereit in der MySAP.com-Lizenz enthalten sind
  • Möglichkeit zur späteren Übernahme in SAP XI aufgrund der gleichen XML-Architektur

Anschließend ging es um die Abbildung der einzelnen Prozessschritte innerhalb des Systems. Für die Auftragserfassung im Herstellersystem haben wir uns für eine synchrone Realisierung entschieden. Das bedeutet, dass der Business Connector bei Eingang einer Bestellung per RFC-Call einen BAPI-Funktionsbaustein aufruft und dessen Rückmeldung abwartet. Verläuft der Prozess erfolgreich, wird eine Auftragsnummer generiert und andernfalls eine Fehlermeldung ausgegeben. Auf diese Weise erhält der Besteller sofort eine Rückmeldung darüber, ob sein Auftrag erfolgreich angelegt wurde. Das regelmäßige Monitoring des IDoc-Eingangskorbs sowie manuelle Nachbearbeitungen bei fehlerhaften Auftragserfassungen sind nicht mehr nötig.

Sämtliche Folgebuchungen und Stammdatenabgleiche wurden dann als asynchrone Prozesse abgebildet. Über Lookup-Funktionen können die benötigten XML-Strukturen bequem aus dem SAP System geladen werden. Zur Übermittlung kundenspezifischer Informationen (Z-Felder) haben wir darüber hinaus die IDoc-Definitionen durch eigene Datensätze erweitert. Die Weiterverarbeitung dieser Daten erfolgt im Business Connector in gleicher Weise wie für die Standardfelder.

Ergebnis

Im Rahmen des Silent Commerce laufen nun folgende Prozesse automatisch ab:

  • Im ERP-System des Kunden wird eine Bestellung erfasst
  • Die Bestellung wird elektronisch an pharma mall übermittelt
  • Bei pharma mall werden die nötigen Datenkonvertierungen vorgenommen, etwa die Umwandlung der Web Shop-Artikelnummern in Herstellerartikelnummern
  • Die Bestellung wird elektronisch an das ERP-System des jeweiligen Herstellers übermittelt und dort als Kundenauftrag angelegt

Damit wurde eine deutliche Aufwands- und Kostenreduzierung erreicht. Die eingesetzte Version des Business Connectors (4.7) läuft auch unter Last stabil und bietet bereits in der Standardausführung umfangreiche Protokollierungs- und Auswertungsmöglichkeiten, die bei Bedarf noch erweitert werden können.

Ausblick

Die für pharma mall umgesetzten Optimierungsaktivitäten sind branchenunabhängig überall dort einsetzbar, wo es um Bestellvorgänge zwischen Kunden- und Lieferantensystemen geht. Um von den lizenzrechtlichen Vorteilen zu profitieren, muss auf mindestens einer Seite SAP R/3 eingesetzt werden. Die geringen Entwicklungskosten und die hohen Einsparpotenziale durch den Einsatz des SAP Business Connectors führen dann sehr schnell zum Return on Invest.